Zu den Festtagen

26.12.2018 – ein Blogbeitrag von Heinz Angehrn

Inkarnation denken
das kann zum einen meinen: hohe Theologie, Theoretisieren, Sprachphilosopie betreiben
zum anderen könnte es ganz einfach sein: wir verstehen den Gedanken, wie er ist, ohne Erklärung

Im Menschen begegnet Gott
der Unbegreifliche, Unbeschreibbare wird dann begreiflich, beschreibbar
ja er wird greifbar, bekommt Gesicht, Körper, konkretes Leben

Und das nicht nur einmal in der Menschheitsgeschichte
dort zwar als Höhepunkt und Ausnahmeereignis
das ewige Wort ist Fleisch geworden, hat unter uns gewohnt

Doch es ist ein Grundgedanke der Schöpfung
nach seinem Abbild schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie
Inkarnation als Modus, die Welt zu verstehen

Wenn im Anderen, in der Anderen, Gott erscheint
lässt sich nicht mehr beliebig weiterleben
ist menschliches Leben per se geschützt, geheiligt

Es folgern
das ethische Gebot, den/die Anderen zu lieben wie sich selbst
ihr Wohlergehen zur Maxime des eigenen Handelns zu machen

Es folgern
Engagement für Frieden in Gerechtigkeit
Engagement für das Weiterleben der Schöpfung

 

Alles Gute zu den Festtagen, vor allem denen, die mich nicht mehr locker erreichen können.
(im Bild unser Prinz Miro, knapp vier Wochen alt)

Heinz Angehrn
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Heinz Angehrn

Heinz Angehrn ist Priester des Bistums St. Gallen und lebt nach 37 Jahren im aktiven kirchlichen Dienst nun als Teilpensionierter im Bleniotal. Seit 2018 ist er Präsident der Redaktionskommission der Schweizerischen Kirchenzeitung, deren Neuauftritt er als St. Galler Vertreter in den letzten Jahren begleitet hat. Seine Hobbies sind Musik, Geschichte und Literatur. Er ist Mitglied der Grünliberalen.

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