Die drei Reformanzen. Quelle ref. Kirchgemeinde Straubenzell
Die drei Reformanzen. Quelle ref. Kirchgemeinde Straubenzell

Reformanzen beweisen Humor

08.07.2018 – ein Blogbeitrag von Markus Baumgartner

Drei evangelische Pfarrerinnen aus St.»«Gallen bringen Kirche und Humor auf der Bühne zusammen. Unter dem Titel «Röbi und die Reformanzen» veralbern sie zum Jubiläumsjahr «500 Jahre Reformation» Kirchenlieder und treiben es bunt. Damit wollen sie zum Nachdenken anregen.

Am Anfang war das Wort, so heisst es in der Bibel. Auch bei Andrea Weinhold, Kathrin Bolt und Marilene Hess war am Anfang ein Wort: «Reformanzen». Eine Mischung aus «Reformation» und «Emanzen», wobei auch die «Romanze» anklingt. Ein spannendes Wort fanden die drei reformierten Pfarrerinnen aus St. Gallen, schreibt das «St. Galler Tagblatt«. Im aktuellen Jubiläumsjahr «500 Jahre Reformation» war die Zeit für die Reformanzen gekommen. In nur drei Monaten stellten die drei Frauen zusammen mit dem Musiker Röbi Fricker ein Comedy-Programm zusammen.

«Kirche ist auch mein Bier!»

Auf der Bühne spielen die Pfarrerinnen eine Rolle, aber auch sich selbst. Von Pfaffen und Wölfinnen im Schafspelz: Die Pfarrerinnen sehen sich als «Lückenbüsserinnen, Lästermäuler und Lockvögel». Im Programm gibt es einen Predigt-Slam «Kirche ist auch mein Bier!», drei Thesen statt Anschläge «Ausser Thesen nix gewesen», rote Lippen oder testosterongesteuerte und östrogenalbeeinflusste Predigten. Die Reformanzen sind eben emanzipiert und treiben es dabei bunt, ja sogar frivol, schreibt das «St. Galler Tagblatt» weiter: Sie spielen mit liturgischen Fachbegriffen und mit ihrer Rolle als geistliche Würdenträger. Sie tragen High Heels auf der Bühne, reden über Sex und stellen sich Fragen wie: Predigen Frauen anders als Männer?

Diskussionen auslösen

Zusammen mit Röbi Fricker am Piano verdrehen die Reformanzen Kirchenlieder. Bei aller mitschwingender Kritik sind die Reformanzen vor allem unterhaltsam: «Wir wollen nicht einfach nur witzig und spritzig sein, sondern zum Denken anregen.» Die Rückmeldungen seien überwiegend positiv, sagt Weinhold: «Indem wir uns zum Affen machen, lösen wir auch Diskussionen aus.» Bolt ergänzt: «Ich sehe Comedy auch als Chance für uns Pfarrerinnen, auf frische Art ins Gespräch zu kommen.»

Herzlich, Markus Baumgartner

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Markus Baumgartner

Markus Baumgartner ist PR- und Kommunikationsexperte mit der eigenen Agentur b-public AG.  Die Gesellschaftsrelevanz bzw. die Wahrnehmung von Kirchen und Christinnen und Christen in der Öffentlichkeit beschäftigt ihn seit über 25 Jahren. Er ist Vorstandsmitglied des Forums Christliche Führungskräfte (www.christliches-forum.ch) und Stiftungsratsmitglied von Opportunity International Schweiz. Schwerpunkte dieses Blogs sind Initiativen und Ideen von Kirchen und Christen, die von den säkularen Medien positiv aufgenommen worden sind. Es werden bewusst nur gute Beispiele gewählt, die als Ermutigung dienen sollen.

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