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Räbeliechtli leuchten lassen

03.12.2018 – ein Blogbeitrag von Markus Baumgartner

50’000 Kerzen, 29’000 Kilogramm Räben und 44 Sujets prägen den weltweit grössten und traditionellen Räbenlichterumzug in Richterswil/Samstagern. Am Umzug partizipieren 1100 Teilnehmer, die von rund 18’000 Gästen bestaunt werden. Die Kirche ist mittendrin.

«Ich werde immer wieder gefragt, welchen Event ich am liebsten fotografiere: Es sind nicht die Rolling-Stones oder andere Popgrössen. Nein, es ist ein stimmungsvoller Anlass in meinem Nachbardorf Richterswil: Einmal im Jahr taucht das kleine Dorf am Zürichsee in ein wahres Lichtermeer unter Zehntausende leuchtender Räben verzieren Häuser, Gassen und Plätze», erklärt André Springer. Auch nach über 30 Jahren als Berufsfotograf stehe er mit seiner Kamera staunend vor dieser einmaligen Kulisse. Die Gefühle seien unbeschreiblich.

Zauberhafte Kulisse
Das ganze Dorf nimmt am Umzug teil, trifft sich im Dunkeln in den engen Strassen. Die Strassenlampen werden gelöscht, beim EindunkelnZehntausende Kerzen angezündet und in die kunstvoll von den Schulen und verschiedenen Vereinen vorbereiteten Räben gelegt. Der Dorfkern verwandelt sich in eine zauberhafte Kulisse. Die knapp 30 Tonnen Räben – auch unter «weisse Rübe» bekannt – bezaubern Jahr für Jahr Tausende von Gästen. Über 1000 Helfer beteiligen sich an den Vorbereitungen und am vom lokalen Verkehrsverein Richterswil/Samstagern organisierten Umzug, damit der Anlass zu einem prachtvollen Lichtermeer erstrahlt.

Kirche am Umzug präsent
Seit 1982 ist die lokale Kirche «Chrischona» an der Räbechlibi präsent – und seit 1984 jedes Jahr ohne Unterbruch. Sie haben an diesem Umzug jedes Mal bewusst ein biblisches rsp. christliches Thema als Sujet gewählt. Es sei eine Chance, Gottes Wort und Taten einer grösseren Gruppe Menschen zugänglich zu machen. Dieses Jahr waren sie mit dem Sujet «Jesus treit mich – wer treit dich? Ps. 23»präsent, um Menschen von der Einzigartigkeit des Lichtes der Welt zu beeindrucken. 2017 war die Kirche mit einem Himmelstor «ein spiritueller Blick aus dem Fenster» mittendrin, schreibt die «Zürichsee-Zeitung».

Alter Kirchweihbrauch
In der Chronik der Gemeinde Richterswil wird 1901 vermerkt, dass «am Sonntag vor Martini» die Räbechilbi stattfindet. Dies ist der erste schriftliche Hinweis auf dieses kulturellen Ereignis. Die Räbechilbi ist ein alter Kirchweihbrauch, der beibehalten worden ist, als Anfang der 1970-er Jahre die Kirchweih (Sankt Martin) auf Anfang August vorverlegt wurde. Kirchgängerinnen, die mit Räbenlichter den Weg in den Abend-Gottesdienst erhellten, waren die Vorbilder der Lehrer, welche die ersten Umzüge organisierten.

Herzlich, Markus Baumgartner

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Markus Baumgartner

Markus Baumgartner ist PR- und Kommunikationsexperte mit der eigenen Agentur b-public AG.  Die Gesellschaftsrelevanz bzw. die Wahrnehmung von Kirchen und Christinnen und Christen in der Öffentlichkeit beschäftigt ihn seit über 25 Jahren. Er ist Vorstandsmitglied des Forums Christliche Führungskräfte (www.christliches-forum.ch) und Stiftungsratsmitglied von Opportunity International Schweiz. Schwerpunkte dieses Blogs sind Initiativen und Ideen von Kirchen und Christen, die von den säkularen Medien positiv aufgenommen worden sind. Es werden bewusst nur gute Beispiele gewählt, die als Ermutigung dienen sollen.

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