Agnes Abuom aus der Anglikanschen Kirche von Kenia. Foto: Albin Hillert/WCC
Agnes Abuom aus der Anglikanschen Kirche von Kenia. Foto: Albin Hillert/WCC

Papstbesuch im Rückblick

06.07.2018 – ein Blogbeitrag von Elisabeth Aeberli

«Warten auf den Papst» schrieb ich in meinem Blog vom 21. Juni. Für die Frauen hat sich das Warten einmal mehr nicht gelohnt. Heute wissen wir, dass anlässlich der Messe im Palexpo-Gebäude weder Ministrantinnen noch Gemeindeleiterinnen mitwirken durften. Wer dies verhinderte, ist jetzt nicht mehr wesentlich. Seltsam ist nur, dass die Kirche in der Schweiz schon lange nicht mehr existieren könnte ohne nichtordinierte Theologinnen und Theologen, die seit bald 50 Jahren in verschiedensten Positionen Dienst tun.

In den Sendungen zu den Tagesaktualitäten (Tagesschau, regionale TV-Sender) lag das Schwergewicht beim Massenanlass im Palexpo-Gebäude. Schade, denn eigentlich galt der Besuch dem Ökumenischen Rat der Kirchen am Stadtrand von Genf. Die Direktausstrahlung des Besuches im Gebäude des ÖRK im Schweizer Fernsehen wirkte denn auch lebendig – und vor allem bewies der ÖRK, dass die Frauen nicht nur in Nebenrollen auftreten dürfen.

Die Vorsitzende des Zentralausschusses des ÖRK, Dr. Agnes Abuom, hielt eine Rede, die gedruckt vorlag. Es gilt das gesprochene Wort. In der Übertragung des Schweizer Fernsehens habe ich erfahren, dass Agnes Abuom einen Teil in die Rede eingefügt hat, der in den abgegebenen Texten nicht vorkommt. So möchte ich diese Worte hier anfügen.

Die Kenianerin Agnes Abuom kam in Schwarz. Der Grund dafür ist, dass mit der Kampagne des «Black Thursday» des ÖRK am Donnerstag Schwarz getragen wird – als Zeichen des Widerstandes gegen Gewalt an Frauen. Die Rednerin erwähnt dies: «Ich möchte zum Schluss kommen – eure Heiligkeit – die Rolle der Frauen im Friedensprozess. Die Frauen dürfen nicht zurückgestuft werden darauf, dass wir uns versöhnen auf Gemeindeebene. Wir brauchen sie am Tisch, damit wir uns nicht bloss auf dem Papier einigen, und nicht nur politische Akteure sprechen lassen und dem nicht Taten folgen lassen.

Am Donnerstag tragen wir Schwarz. Eine der grössten Sünden ist die der Gewalt gegen Frauen. Und wir sagen: nein, genug ist genug! (Applaus). Die Frauen und Mädchen weinen – und was haben wir getan? Was haben wir nicht getan? Wir sind alle Kinder Gottes – und sind dem Bildnis Gottes nachgemacht. Und wir beten dafür, dass Sie mit uns gehen auf diesem Pilgerweg – dass Sie diese Bewegung unterstützen. Wir müssen dieses Pestgeschwür jetzt endlich aufstechen, damit wir uns in der Öffentlichkeit wieder sicher bewegen können.

Wir hoffen, dass unser Gebet eine neue Phase einläutet. Möge Gottes Wille geschehen, wie im Himmel so auf Erden.»

Die Rede von Agnes Abuom und Informationen zur Kampagne «Donnerstag in Schwarz» sind auf der Homepage des ÖRK zu finden: www.oikoumene.org

 

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Elisabeth Aeberli

Als Theologin in den letzten 35 Jahren in verschiedenen Funktionen in der Seelsorge tätig: Bundespräses Blauring, Redaktorin beim Wendekreis bei der Bethlehem Mission Immensee, Pfarreiseelsorgerin in Muri/AG, Spital- und Heimseelsorgerin in Muri AG. Seit der Pensionierung aushilfsweise in der Spital- und Heimseelsorge tätig – und gerne auf Reisen.

Im Blog von Elisabeth Aeberli

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