Quelle unsplash.com
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Musik bestimmt das Leben

29.04.2019 – ein Blogbeitrag von Markus Baumgartner

Seit Jahrtausenden ist die Freude an der Musik tief im Menschen verwurzelt. Sie gehört neben der Religion zu den ursprünglichsten geistigen Bedürfnissen des Menschen. Gute Musik verbindet Generationen und Völker. Es gibt eine heilsame Wirkung von Musik und es gilt als nachgewiesen, dass Musik helfen kann, uns weniger ängstlich, also stärker zu fühlen. 

Inspiriert zu diesem Text hat mich das Editorial in der neuen Ausgabe des Magazins «Rolling Stone»: Weltweit wird mehr Musik gehört als je zuvor. Was natürlich an ihrer heute fast uneingeschränkten Verfügbarkeit liegt – ständig und überall. Ein Blick auf die neuesten Zahlen der US-Musikindustrie macht das deutlich: Ihr Umsatz ist im vergangenen Jahr um 12% gestiegen. 75% machen dabei die Streaming-Umsätze aus. Wobei das Download-Geschäft seinem Ende entgegenschrumpft (-26%), längst abgelöst vor allem durch Streaming-Abos (+42%).Was bleibt für die klassischen physischen Tonträger? Die berühmte Nische – in Zahlen: 12% am Gesamtumsatz. Wobei die CD zumindest in den USA weiter dramatisch verliert (-40%) und die LP im achten Jahr in Folge zulegt, letztes Jahr um 7%.

Was hat uns das alles zu sagen? Für mich gibt es drei wichtige Punkte:

1) Musik prägt jeden Gottesdienst. Früher war das Orgelspiel unter anderem da, die Besucher am Schluss des Gottesdienstes mit Energie für den Alltag zu füllen. Noch heute locken viele Kirchen dank ihrer hervorragenden Akustik Menschen zum Zuhören an. Wie wäre es, wenn die Musik für den Lobpreis so stark wäre, dass es zum Dorf- oder Stadtgespräch würde? Es gibt schöne Beispiele, die viral gingen: Erfolgreich ist zum Beispiel die Musik von Hillsong, deren Song What a Beautiful Name auf YouTube schon gegen 300 Millionen Mal angeklickt wurde. Die aktuell gefragteste christliche US-Sängerin Lauren Daigle kommt mit You Say auf 86 Mio. Klicks; die schwarze Sängerin Tasha Cobbs Leonard mit Your Spirit auf 84 Mio. In der Schweiz bringt es ICF mit All About You auf gute 0,6 Mio. Klicks.

Echt inspirierend ist das Stück Way Maker der Pfarrerstochter Sinach Joseph aus Nigeria mit bisher über 108 Mio Klicks. Die Live-Version kündigt eine Revolution in der Worship-Musik an: Wer aufmerksam hört und sieht, spürt einen grossen Unterschied zur bisherigen Prägung von Hillsong: Soul statt Elektronik. Groove statt Maschinenmusik. Community statt Show-Figuren auf der Bühne. In Südamerika wurde der Song in Spanisch aufgenommen und hat auch schon auf 95 Mio. Klicks. Erstmals kommt «Worship» also nicht aus dem Anglo-Bereich der US-Ostküste, Grossbritannien, Kanada oder Australien, sondern aus Afrika.

2) Singen verbindet. Kollektiver Gesang erzeugt Kooperation und Selbstlosigkeit. Singen fördert eine gute Atmung. Dies allein kann schon helfen, Stress und Ängste abzubauen. Singen stärkt das Gemeinschaftsgefühl und fördert die Integration. Singen verändert die Atmosphäre, hat direkten Einfluss auf das Gemüt. Gemeinsames Singen hebt nicht nur die Stimmung, sondern fördert auch soziale Bindungen und kooperatives Verhalten.Dieser positive Effekt kommt durch Singen schneller zustande als durch andere Aktivitäten, schreiben Forscher im Fachblatt Royal Society Open Science.

3) Musik hat heilende Kraft: Insbesondere nach Schlaganfällen, bei Parkinson, Alzheimer und Depressionen sind positive Effekte durch Musik gut belegt, schreibt die «NZZ am Sonntag». Und es gibt sogar Hinweise, dass Musikhören das Leben generell verlängert. Dass Musik Kraft gibt, wussten nicht nur die Sklaven. Auch die legendäre Endurance-Expedition machte diese Erfahrung: Im Januar 1915 froren Ernest Shackleton und seine Männer mit ihrem Forschungsschiff in der Eishölle der Antarktis fest. Den Männern froren Zehen ab. Sie schrien vor Schmerzen, wollten nur noch sterben. Da holte ein Mitglied von Shackletons Team sein Banjo heraus und stimmte Lieder an. Alle sangen gemeinsam und schöpften neuen Mut. Wochenlang. Ohne Musik hätten etliche diese Expedition nicht überlebt, schrieb Shackleton später.

Fazit: Was macht Ihre Kirche mit der Musik? Welchen Stellenwert hat sie? Wie wird sie gefördert? Wenn Christen relevante Musik machen und das gemeinsame Singen fördern, dann können sich auch die Kirchen (wieder) füllen.

Herzlich, Markus Baumgartner

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Markus Baumgartner

Markus Baumgartner ist PR- und Kommunikationsexperte mit der eigenen Agentur b-public AG.  Die Gesellschaftsrelevanz bzw. die Wahrnehmung von Kirchen und Christinnen und Christen in der Öffentlichkeit beschäftigt ihn seit über 25 Jahren. Er ist Vorstandsmitglied des Forums Christliche Führungskräfte (www.christliches-forum.ch) und Stiftungsratsmitglied von Opportunity International Schweiz. Schwerpunkte dieses Blogs sind Initiativen und Ideen von Kirchen und Christen, die von den säkularen Medien positiv aufgenommen worden sind. Es werden bewusst nur gute Beispiele gewählt, die als Ermutigung dienen sollen.

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