Das Rad von Bruder Klaus als Erinnerungsstück der Association des amis de «Frère Nicolas» von Freiburg als Erinnerungsstück an die Feier vom 22. Dezember 2017 im Grossratssaal Freiburg, wo auch Regierungsmitglieder aus den Kantonen Freiburg und Solothurn teilgenommen haben. (Foto: Urban Fink-Wagner)
Das Rad von Bruder Klaus als Erinnerungsstück der Association des amis de «Frère Nicolas» von Freiburg als Erinnerungsstück an die Feier vom 22. Dezember 2017 im Grossratssaal Freiburg, wo auch Regierungsmitglieder aus den Kantonen Freiburg und Solothurn teilgenommen haben. (Foto: Urban Fink-Wagner)

Das Stanser Verkommnis in der Erinnerungskultur im Kanton Solothurn

22.12.2017 – ein Blogbeitrag von Bruder Klaus und Gefährten

Die Inszenierung des Stanser Verkommnisses im Museum Altes Zeughaus in Solothurn aus dem Jahre 1845 (siehe Blogbeitrag 13. Dezember 2017) ist neben der Solothurner Originalurkunde aus dem Jahre 1481 – die einzige Urkunde von 1481, die noch alle Siegel aufweist –, der älteste Erinnerungsort im Kanton Solothurn. Auffällig ist, dass im Kanton Solothurn die Erinnerung an das Friedenswerk von Bruder Klaus gerade in den Jahren der Freischarenzüge 1844/1845, die auch innerhalb des liberalen Kantons zu grossen Spannungen führten, Gestalt annahm.

Das Gleiche wiederholte sich knapp 40 Jahre später ab, als der um Versöhnung bemühte Biberister Pfarrer Ludwig Rochus Schmidlin, der weder eindeutig der konservativen noch der liberal gesinnten Geistlichkeit zugerechnet werden konnte, den Solothurner Regierungsrat aufforderte, den 22. Dezember 1881 im Andenken an das Friedenswerk von Bruder Klaus zugunsten der Aufnahme Solothurns in die Eidgenossenschaft zum kantonalen Feiertag zu erheben. Diesem Wunsch entsprach die Regierung nicht 1881, wohl aber 1931, als sie eine Gedenkbroschüre veröffentlichte, Feiern durchführte und den Nachmittag für die damaligen Beamten zum Feiertag erklärten.

Für 1881 aber machte es sich der damalige Staatsschreiber Josef Ignaz Amiet zur Pflicht, eine Broschüre über «Der Kanton Solothurn im Bund der Eidgenossen» zu veröffentlichen. 1936 schliesslich publizierte der Schriftsteller Cäsar von Arx ein Festspiel über «Der Held» – Niklaus von Flüe, das eindeutig gegen die Diktatoren im Norden und Süden der Schweiz gerichtet war.

1981 war die Erinnerung im Kanton Solothurn mit dem Bau einer ökumenischen Bruder-Klausen-Kapelle auf dem Weissenstein, einer Gedenkanlage östlich von der St.-Ursen-Kathedrale und verschiedenen Anlässen recht vielfältig, gleichwie im gegenwärtigen und mit dem heutigen Tag sein Ende findendes Gedenkjahr Niklaus von Flüe 1417–2017, das trotz einer säkularen Umgebung auf erfreulich grossen Widerhall stiess. Und wenn heute eine dreiköpfige Delegation der Solothurner Regierung in Freiburg im Üchtland zusammen mit dem Freiburger Staatsrat in einer Feier Niklaus von Flüe gedenkt, wird das Gedenkjahr, zu dem sich bereits der Solothurner Landammann Remo Ankli mehrmals vernehmen liess, auch durch die Solothurner Magistraten gewürdigt.

Urban Fink-Wagner, Inländische Mission

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Der Bruderklausblog wird von einer dreiköpfigen Redaktion in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Medienzentrum Zürich getragen. Die Redaktion besteht aus Urban Fink-Wagner, Geschäftsführer der Inländischen Mission, Roland Gröbli, Vorstandsmitglied und Präsident des Wissenschaftlichen Beirats des Trägervereins 600 Jahre Niklaus von Flüe, und Peter Spichtig op, Ko-Leiter des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz. Als Mitarbeitende konnten zahlreiche Historikerinnen und Historiker, Theologen und Theologinnen sowie weitere Spezialistinnen und Spezialisten aus der Schweiz und dem Ausland gewonnen werden. Diese werden unter dem Link Autorinnen/Autoren näher vorgestellt.

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