Meditationsbild von Max Rüedi (geboren 1925) nach dem Meditationsbild von Niklaus von Flüe. Das Bild hängt seit 1961 in der Bruderklausen-Kirche in Zürich-Oberstrass. (© Max Rüedi)
Meditationsbild von Max Rüedi (geboren 1925) nach dem Meditationsbild von Niklaus von Flüe. Das Bild hängt seit 1961 in der Bruderklausen-Kirche in Zürich-Oberstrass. (© Max Rüedi)

Das Meditationsbild von Max Rüedi

31.07.2017 – ein Blogbeitrag von Bruder Klaus und Gefährten

Vom 31. Juli bis 2. August macht Niklaus von Flüe mobil Halt auf dem Grossmünsterplatz. Gerne nutzen wir diese Gelegenheit und erinnern an ein Kleinod, das der promovierte Philosoph und Maler Max Rüedi (geboren 1925) 1961 für die älteste Bruder Klaus geweihte Pfarrkirche der Welt in Zürich-Oberstrass schuf.

«Ein Zeichen der unverstehbaren göttlichen Freiheit»

In seinem ausgezeichneten Beitrag im offiziellen Gedenkband schreibt der langjähriger Leiter der Fachstelle für Religionspädagogik im Kanton Zürich, Walter Achermann (geboren 1945), unter anderem:

«In Anlehnung an die «Sachsler Betrachtungstafel» malte Rüedi in freier Gestaltung ein Meditationsbild für unsere Zeit. Durch die Reduktion fast aller Bildinhalte und durch nur wenige Ergänzungen gelang ihm eine erweiterte Sicht auf die dargestellten Geheimnisse des Glaubens und des Lebens. Das Bild in seiner bunten Farbenwelt wirkt auf den ersten Blick hell und heiter. Wer näher hinschaut, wird auch die düsteren Seiten des Lebens entdecken. Das Bild wirkt darüber hinaus naturnah, was der Welt des Bauern Niklaus von Flüe besonders nahekommt. Neun Tiere beleben die sechs Medaillons, die geprägt sind von einer Spiritualität der Beziehung zwischen Gott, Mensch und Schöpfung. (…)

Der äussere Kranz der Medaillons bildet gleichsam eine Blume, die hier Zusammenhalt und Mitte findet. Auf das bärtige Gesicht eines gekrönten Mannes im Mittelpunkt verzichtet der Künstler, weil ein solches Gottesbild inzwischen definitiv überholt ist. Als zentrales Symbol des Göttlichen wählt Max Rüedi eine kreisrunde, weisse Leere. Sie ist wie ein fahles, unzugängliches Licht, wie ein mattes Gestirn, wie ein farbloses Nichts. Sie deutet zurückhaltend die göttliche Dimension an, die sich unseren Definitionen und Konkretionen, unserem Greifen und Begreifen entzieht. Und dennoch haben wir ahnend Anteil daran wie das vereinte und zugleich gefährdete Paar, das von ähnlichem Licht umstrahlt ist.

Ein Seher sieht mehr, als zu sehen ist, ein Künstler ebenfalls.»

Roland Gröbli

 

Walter Achermann (2016): Vom Ranft in die Grossstadt: Das Rad- und Meditationsbild von Max Rüedi, in: Gröbli (2016), 277–282.

 

Der Tourenplan:

31. 07. – 02. 08. ZH Stadt Zürich, Grossmünsterplatz

04. 08. AG Aarau, vor röm.-kath. Landeskirche

06. 08. ZH Kloster Kappel am Albis, vor der Kirche

07. – 08. 08. BS Stadt Basel, Barfüsserplatz

11. – 12. 08. BL Liestal, beim Wasserturmplatz

14. 08. JU Vicques

16. – 17. 08. BE Stadt Bern, unterer Waisenhausplatz

20. 08. SO Solothurn, St.-Ursen-Terrasse

26. 08. FR Fribourg, Place Georges Python

29. – 30. 08. NE Neuchâtel, Place du Port

02. – 03. 09. GE Carouge, Altstadt, Place du Temple

05. – 06. 09. VD Lausanne, Place de l’Europe

09. 09. VS Sion, Place de la Planta

11. – 12. 09. TI Giubiasco, Piazza Grande

13. – 14. 09. TI Lugano, Piazza San Rocco

16. 09. SH Stadt Schaffhausen, Herrenacker

20. 09. GL Glarus, Vorplatz der kath. Kirche

23. – 25. 09. OW Sachseln, vor der Kirche

Jeweils 12.00 – 19.00 Uhr

Änderungen vorbehalten (siehe www.mehr-ranft.ch/unterwegs)

 

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Bruder Klaus und Gefährten

Der Bruderklausblog wird von einer dreiköpfigen Redaktion in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Medienzentrum Zürich getragen. Die Redaktion besteht aus Urban Fink-Wagner, Geschäftsführer der Inländischen Mission, Roland Gröbli, Vorstandsmitglied und Präsident des Wissenschaftlichen Beirats des Trägervereins 600 Jahre Niklaus von Flüe, und Peter Spichtig op, Ko-Leiter des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz. Als Mitarbeitende konnten zahlreiche Historikerinnen und Historiker, Theologen und Theologinnen sowie weitere Spezialistinnen und Spezialisten aus der Schweiz und dem Ausland gewonnen werden. Diese werden unter dem Link Autorinnen/Autoren näher vorgestellt.

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