Pamphilius Gengenbach erinnert an die Räte Bruder Klausens (1514). (Scan: Roland Gröbli)
Pamphilius Gengenbach erinnert an die Räte Bruder Klausens (1514). (Scan: Roland Gröbli)

Bruder Klaus international

11.12.2017 – ein Blogbeitrag von Bruder Klaus und Gefährten

Bruder Klaus war nicht nur eine in der damaligen Eidgenossenschaft bekannte Persönlichkeit, sondern weit darüber hinaus. Das belegen sehr schön die instruktive Tabelle von Roland Gröbli über die Besucher im Ranft (Gröbli [1990/31995], 145) und die nicht wenigen Berichte, die uns wichtige Hinweise zu Bruder Klaus liefern. Zu nennen sind besonders der sehr wertvolle Bericht des norddeutschen Kaufmanns Hans von Waldheim von 1474, die zuverlässigen Äusserungen des Trierer Theologen Petrus Numagen (1483/84), die weniger zuverlässigen Schilderungen von Johannes Trithemius, des Abtes von Spanheim (1486–1514), dann auch der unbekannte Pilgertraktat (vor 1487). Wichtige Überlieferungen sind also von Nichteidgenossen überliefert, was für die grosse Bekanntheit von Bruder Klaus schon zu seinen Lebzeiten spricht.

Hier kann wiederholt werden, was Roland Gröbli mit einem Zitat des Jesuiten David J. Collins bereits im Blogbeitrag vom 17. November 2017 belegt hat: Bruder Klaus war in Europa ein heiliger Superstar!

Bruder Klaus war nicht nur innerhalb der Eidgenossenschaft ein wichtiger Ratgeber, der für das Stanser Verkommnis einen Durchbruch ermöglicht hat, sondern in den Jahren  1479 bis 1483 auch in den Auseinandersetzungen der Innerschweizer mit Mailand um die Leventina. Wie der Luganeser Händler Gabriele Moresino berichtet, sprach sich Bruder Klaus 1479 energisch gegen Krieg aus, also zwei Jahre vor dem Stanser Verkommnis, das den Frieden innerhalb der Eidgenossenschaft rettete. 1480 einigten sich der Herzog von Mailand mit den eidgenössischen Orten über die Abtretung der Leventina an Uri, während Biasca und das Bleniotal bei Mailand blieben. 1483 unterstützte Bruder Klaus bei den Auslegungsstreitigkeiten über diesen Vertrag die Mailänder und sagte zu, in der Angelegenheit seinem Sohn Hans, der damals Obwaldner Landammann war, einen Brief zu schreiben.

Die Geschenke des habsburgischen Erzherzogs Sigismund für den Ranft – 1473 ein vergoldeter Messkelch und 1480/1481 eine Spende an eine ewige Messe, die durch ein Schreiben vom 10. Dezember 1480 belegt ist – sind weitere Belege, dass Bruder Klausens politischer Einfluss nicht zu unterschätzen ist.

Urban Fink-Wagner, Inländische Mission

Literatur: Markus Ries: Krieg provoziert den Zorn Gottes. Der Friede mit Mailand von 1480, in: Gröbli (2016), 285–291; Durrer (1917–1921), S. 50–52, 98–101.

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Bruder Klaus und Gefährten

Der Bruderklausblog wird von einer dreiköpfigen Redaktion in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Medienzentrum Zürich getragen. Die Redaktion besteht aus Urban Fink-Wagner, Geschäftsführer der Inländischen Mission, Roland Gröbli, Vorstandsmitglied und Präsident des Wissenschaftlichen Beirats des Trägervereins 600 Jahre Niklaus von Flüe, und Peter Spichtig op, Ko-Leiter des Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz. Als Mitarbeitende konnten zahlreiche Historikerinnen und Historiker, Theologen und Theologinnen sowie weitere Spezialistinnen und Spezialisten aus der Schweiz und dem Ausland gewonnen werden. Diese werden unter dem Link Autorinnen/Autoren näher vorgestellt.

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