Monte Greco (Muncrech) oberhalb Malvaglia
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Brosamen

13.06.2018 – ein Blogbeitrag von Heinz Angehrn

Da ich in dieser Woche nicht im Lande, sprich in der allerletzten Ferienwoche meines Lebens, bin, hier als Konserve nur einige Brosamen zu Blog-Einträgen der letzten Wochen (da mehr spassig gemeint ohne Aktivierung der Kommentarfunktion):

Einmal möchte ich Herrn Stadlers Befürchtung, dass ich am heiligen Fronleichnam politisiert habe statt zu prozessionieren, insofern entkräften, als dass im vom Kulturkampf geprägten Kanton St.Gallen der Fronleichnam als staatlicher Festtag schon lange abgeschafft worden ist, und ich mich darum an einem ganz normalen Werktag mit dem absonderlichen Verhalten der SVP-Fraktion, die unsere Steuergelder verschwendet, indem ihre Mandatäre sich gegenseitig seitenlang Pseudo-Fragen stellen, beschäftigt habe (»Verlotterung»).

Dann – wenn wir schon an diesem Ball sind – ein Blick zurück in die St.Galler Geschichte: Nach der erwähnten Abschaffung des Fronleichnams kam es ja zu einer kantonalen Abstimmung, welcher Feiertag nun zusätzlich eingeführt werden solle. SP und Gewerkschaften portierten den 1.Mai, die CVP und das Bistum Allerheiligen. Und seit jener Abstimmung ist der 1.November bei uns Feiertag, und wir können in den Landpfarreien um 14.00 Uhr unsere grossen Totengedenkfeiern halten. Gar nicht ein so schlechter Kuhhandel.

In Sachen Bischofs-Bestätigung (»was wäre wenn» und «was wäre wenn weitergedacht») hatte ich mit dem Churer Generalvikar Privatkontakt. Weiterhin bin ich der Meinung, dass meine Idee gar nicht so absonderlich ist. Wenn wir uns eine imaginäre Liste von Gründen, die in extremis dazu führen könnten, dass der angebotene Rücktritt eines Bischofs nach zehn Jahren Amtszeit auch angenommen wird, vorstellen, wenn wir da die Kriterien von «kirchen-links» (Unglaubwürdigkeit im Amt, Machtmissbrauch, Nicht-Ernst-Nehmen der Basis etc.) und «kirchen-rechts» (zu wenig doktrinär – übrigens ein Lieblingsbegriff von alt Bischof Ivo – und ungehorsam etc.) kombinieren, käme wohl etwas pfingstlich Geistbewegtes dabei heraus. Die Kampfwahl um das Präsidium des Evangelischen Kirchenbundes lässt uns aufhorchen.

Darum noch dies:
Da war mal ein Kleriker im hohen Amt,
der hat sich fürchterlich verrannt,
dacht, es ginge nicht mehr ohne ihn,
so war’s damals in Limburg oder Wien:
an purer Macht die Finger bös verbrannt.

 

 

Heinz Angehrn
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Heinz Angehrn

Heinz Angehrn ist Priester des Bistums St. Gallen und lebt nach 37 Jahren im aktiven kirchlichen Dienst nun als Teilpensionierter im Bleniotal. Seit 2018 ist er Präsident der Redaktionskommission der Schweizerischen Kirchenzeitung, deren Neuauftritt er als St. Galler Vertreter in den letzten Jahren begleitet hat. Seine Hobbies sind Musik, Geschichte und Literatur. Er ist Mitglied der Grünliberalen.

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